10 Tipps für eine entspanntere Reise

Die Flüge sind gebucht, die letzten Einkäufe erledigt, der Countdown läuft.

Und doch dürfte vielen von euch folgendes Szenario nur allzu bekannt sein: Das Packen wird auf die letzte Minute verschoben, man fährt völlig abgehetzt zum Flughafen und schleppt den angestauten Frust und Stress noch für mindestens weitere zwei Drittel der Reise mit.

Unterwegs ärgert man sich dann über teure Preise, unfreundliche Händler oder die Unzuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel.

Stop.

Reisen bedeutet doch eigentlich, einen Gang zurückzuschalten. Der Welt mit Offenheit, Neugier und einer positiven Grundeinstellung zu begegnen. Zu entspannen. Und die eigenen Batterien neu aufzuladen.

Aber wie macht man das?

Wie reist man eigentlich enstpannt?

Oahu, Hawaii

#1 Das perfekte Pack-Programm

Übung macht den Meister. Und das stimmt auch beim Thema Packen. Je öfter man unterwegs ist, desto schneller und entspannter lässt sich die nächste Reise planen und der Koffer bzw. Rucksack packen – das dürfte mir jeder Globetrotter unter euch bestätigen.

Aber wie schaffe ich das ohne langjährige Reise-Erfahrung? Zunächst gilt: Wir packen in der Regel 30-50% mehr ein, als wir brauchen (vor allem wir Frauen). Deshalb rate ich euch, nach einem erste Probepacken mindestens ein Drittel aller Klamotten, Schuhe, Körperpflegeartikel und sonstigem Kofferinhalt auszusortieren. Ich verspreche euch, dass ihr all diesen Dingen keine Träne nachweinen werdet. Und wenn doch, dann kann man so gut wie alles auch im Reiseland kaufen.

Gepackt wird auch nicht morgens 15 Minuten vor Abreise, sondern entspannt am Vorabend. Mit einem Glas Rotwein und guter Musik. Falls es euch schwer fällt Zeit dafür zu finden, habe ich folgenden Tipp für euch: Plant euch das Packen als festen Termin im Kalender ein. Und haltet euch dann auch daran (und ja, meine lieben Leserinnen, auch ein letztes Telefonat mit Freundinnen muss warten).

#2 Entspannt am Flughafen

Flughäfen stellen für viele Reisende die nächste große Hürde dar: Wo muss ich einchecken? Wie finde ich mein Gate? Oh Gott, ich glaube ich habe meine Nagelfeile noch im Handgepäck!

Mein Tipp: Nehmt euch Zeit. Checkt zuhause via Online Check-In ein und seid lieber eine Stunde zu früh am Flughafen. Ich liebe es, vor einer Reise noch eine halbe Stunde lang Menschen, Flugzeuge und die ganz besondere Flughafen-Atmosphäre zu beobachten. Flughäfen sind faszinierende Orte, wenn man sich die Zeit für ein paar genauere Beobachtungen nimmt.

Und falls es dann noch eine Schlange an der Sicherheitskontrolle geben sollte, kann man sich beruhigt denken: Kein Stress, ich hab ja noch ne halbe Stunde bis zum Boarding!

Die meisten internationalen Flughäfen haben mittlerweile kostenloses WLAN, mit dem man sich wunderbar die ein oder andere Minute Wartezeit am Gate vertreiben kann.

Flughafen München

#3 Fliegen lieben

Ich liebe fliegen. Aber es gibt ein paar Dinge, die selbst mich als passionierten Flug-Fan nerven. Verkochtes Hühnchen aus der Pappschachtel zum Beispiel. Bewegungsmangel bei Langstreckenflügen. Oder die extrem trockene Luft.

Nach unzähligen Flügen quer um den Globus habe ich mir deshalb ein paar kleine Tricks angewöhnt:

  • Eine leere Wasserflasche lässt sich wunderbar durch die Sicherheitskontrolle bringen, an einem Wasserhahn am Gate auffüllen und verhindert vor allem auf Langstreckenflügen Kopfweh und Dehydrierung.
  • Mandeln, getrocknete Frückte, Karotten oder Kirschtomaten sind der ideale Snack, wenn das Flugzeugessen mal wieder sch*** schmeckt.
  • Ein wenig Gesichtswasser hilft vor allem den Damen der Schöpfung, trockene und gespannte Haut zu vermeiden.
  • Bei Langstreckenflügen packe ich außerdem immer eine Zahnbürste und Mini-Zahnpasta ein – nach einem 10-Stunden-Flug gibt es nichts besseres als saubere Zähne und einen frischen Atem!
  • In-Flight-Entertainment ist nicht geich In-Flight-Entertainment (und manchmal gibt’s außer den Sicherheitsanweisungen der sympathischen Flugbegleiterin rein gar keine Unterhaltung). Deshalb mein Tipp: Sorgt für eure eigene Unterhaltung. Egal ob Kindle, Musik, Zeitung oder Ohropax – mit dem richtigen Equipment vergeht die Zeit wie im Flug.

Ach ja, eines sei an dieser Stelle noch erwähnt: Alkohol wirkt in 10 Kilometern Höhe deutlich schneller als am Boden. Nur so zur Info.

A declaration of love

#4 Hotel, Hostel oder Couchsurfing?

Die Buchung der richtigen Unterkunft ist ebenfalls nicht ganz so einfach. Und stellt sich dann das Domizil vor Ort als weit älter, schmutziger und ungemütlicher heraus als gedacht, ist die Stimmung sowieso schon dahin.

Ob Hotels, Hostels oder private Unterkünfte das Richtige sind, ist eine sehr persönliche Entscheidung. Ich kann euch allerdings aus meiner Erfahrung empfehlen, bei der Buchung manchmal mehr auf das Bauchgefühl als den Preis zu hören (solange letzterer nicht völlig überteuert ist).

Ich habe in den letzten Monaten sehr viele Airbnb-Unterkünfte gebucht und damit wirklich immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Probiert es aus!

Airbnb Honolulu

#5 Sightseeing-Stress

Ach ja, eines meiner Lieblingsthemen. Sightseeing. Darüber gibt es sogar bereits einen englischen Blogeintrag. Ich reise um neue Eindrücke zu sammeln. Meinen Horizont zu erweitern. Interessante Kulturen und Menschen kennenzulernen. Mich selbst kennenzulernen.

Und das Wort Sightseeing stresst mich dabei kolossal.

Ich war erst vor kurzem in Berlin und habe weder die Mauer, noch das Brandenburger Tor und auch kein einziges Museum besucht. Warum? Weil ich darauf einfach keine Lust hatte. Ich habe mir stattdessen den Bauch mit unglaublich leckerem vietnamesischen Essen vollgeschlagen, mich vor’m Reichstag in die Sonne gelegt und abends ein paar Gläser Rotwein in einem gemütlichen Pub getrunken.

“MUSS” und “SOLLTE” gibt es in meinem Reisevokabular nicht. Aber dafür “WILL”.

Ich will eine Stadt erLEBEN. Ich will genießen. Ich will entspannen. Ich will staunen und mich wundern. Ich will nachdenken und lernen.

Was wollt ihr?

#6 Schneller ist nicht immer besser.

Ahhh, die gute alte Langsamkeit. Die ist in Zeiten von iPhone, whatsapp und Instagram irgenwie verloren gegangen. Noch schnell ein Foto vom Sonnenuntergang posten, oder der Freundin von den neuesten Shopping-Errungenschaften erzählen. Noch schnell ein Anti-Stress-Wellness-Programm im Hotel buchen und danach während der U-Bahn-Fahrt die Kopfhörer in die Ohren stöpseln. Noch schnell einen Döner to go und einen Kühlregal-Kaffee für später.

Viele unserer Alltagsgewohnheiten nehmen wir auch auf Reisen mit. Wir haben nicht nur Socken und Sonnencreme, sondern auch Stress im Koffer. Und laufen schlussendlich in Barcelona genauso gehetzt über die Straßen wie zur morgendlichen U-Bahn in Berlin.

Stop.

Stress weg, Entspannung her.

Und wem das auf Knopfdruck schwer fällt, der darf folgendes versuchen:

  • Einen Cappuchino oder ein Glas Wein im Straßencafé trinken. Und einfach mal nur Leute beobachten. Immer wieder erstaunlich, was man dabei so sieht.
  • Handy aus! Und für ein paar Stunden ohne whatsapp, Facebook oder Google Maps durch die Stadt wandeln.

#7 Keinen Plan zu haben macht viel mehr Spaß!

Apropos Google Maps: Ich persönlich bin ja ein Vertreter der “Schmeiß-deine-Stadtkarte-in-den-Müll”-Theorie (bitte nicht, wenn sich diese auf einem brandneuen Smartphone befindet). Manchmal macht es echt Spaß, sich zu verlaufen. Und viele ungeplante Kuriositäten passieren erst dann, wenn man sie nicht erwartet. Und einfach reinstolpert.

Das nimmt den Stress und man ist schlichtweg gezwungen, sich Zeit zu nehmen und den richtigen Weg zu erkunden.

Deshalb beim nächsten Städtetrip einfach mal den Stadtplan im Hotelzimmer “vergessen”.

(Edit: Diese Theorie bitte nicht anwenden, wenn ihr auf dem Weg zu einem Konzert, Termin oder einer Veranstaltung seid. Sich dabei zu verlaufen macht auch in der schönsten Stadt keinen Spaß. Und entspannend ist es auch nicht.)

Getting lost

#8 Auszeit bei längeren Reisen

Städtrips sind meist vollgeplant bis zur letzten Stunde. Man will möglichst viel sehen, erleben und ausprobieren. Und das ist auch völlig legitim.

Anders sieht es bei längeren Reisen aus. Vier Wochen Interrail durch Skandinavien, sechs Wochen Backpacken durch Südostasien oder zwei Monate in Australien – hier sind Auszeiten überlebenswichtig.

Reisen leert die Batterien. Konstante Ortswechsel, ungewohnte Temperaturen und komplett unterschiedliche Zeitzonen stressen sowohl Körper als auch Geist.

Deshalb rate ich euch bei längeren Reisen, immer wieder einen Puffer bzw. eine Auszeit einzuplanen. Das kann eine zweistündige Thai-Massage oder ein Tag am Strand sein. Irgendetwas, dass die Batterien wieder auffüllt und Lust auf mehr macht.

Just chillin'...

Just chillin’…

#9 Zurück zuhause

Für viele Reisende fängt der Stress bei der Rückreise erst so richtig an: Staus auf den Autobahnen, zu wenig Puffer zwischen Rückflug und erstem Arbeitstag oder einfach nur das leidige Problem mit dem Übergepäck.

Hier hilft vor allem eins: die richtige Planung.

Nehmt euch genügend Zeit für die Rückreise und das Ankommen. Vermeidet Stoßzeiten wie beispielsweise Ferienbeginn oder -ende. Und nehmt Planänderungen mit Humor! Denn aus Erfahrung kann ich sagen: Den eigentlichen Kulturschock bekommt man oft erst nach Rückkehr ins Heimatland!

#10 Zeit…

…ist schlussendlich der einzig wichtige Schlüssel zum entspannten Reisen. Sowohl vor, während als auch nach eurem Trip.

Nehmt euch diese Zeit.

Always happy travels!

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3 responses to “10 Tipps für eine entspanntere Reise

  1. Am Flughafen in München gibt’s für special VIP’s auch persönliche Unterhaltung am Gate bis zum Abflug 😉

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